Was ist Linguistik?

Linguistik wird für Gewöhnlich mit dem Begriff “Sprachwissenschaft” übersetzt. Diese Wissenschaft beschäftigt sich dabei mit der menschlichen Sprache in allen Facetten: Sowohl deren Systematik, deren Herleitung, deren Bedeutung aber auch die Artikulation selbst sind Gebiete, die von dieser Wissenschaft erfasst werden. Indem man die verschiedenen Teilgebiete der Linguistik voneinander abgrenzt, kann man auch gut den Umfang ihres Betätigungsfeldes erfassen.

Allgemeine Sprachwissenschaft

Die Allgemeine Sprachwissenschaft beschäftigt sich mit der Sprache als theoretisch erfassbarem und analysierbarem Konstrukt. Dabei kann sie sowohl Buchstaben- und Lautsysteme erfassen, wie auch die Bildung und die Etymologie ganzer Worte und nicht zuletzt Bedeutungen von Zeichen und Worten. Im Bereich der theoretischen Linguistik sind bekannte Namen wie der US-amerikanische Sprachphilosoph Noam Chomsky oder der ehemalige Universitätsprofessor und Autor Umberto Eco tätig.

Angewandte Sprachwissenschaft

Die Angewandte Sprachwissenschaft ist ein sehr heterogener Teilbereich der Linguistik. Hier sind sowohl klinisch-medizinische Linguisten tätig, die etwa Störungen des menschlichen Sprachapparates untersuchen, genauso wie Computerlinguisten, die sich mit informationswissenschaftlichen Fragestellungen wie Programmiersprachen beschäftigen. Angewandte Sprachwissenschaftler sind es auch, die damit befasst werden, Wörterbücher anzulegen und zu redigieren, da sie die nötigen Kenntnisse mitbringen, den Herkunfts- und Bedeutungszusammenhang von Wörtern erfolgreich zu erschließen. Und nicht zuletzt fällt auch die Ausbildung (beispielsweise im Rahmen einer journalistischen Ausbildung) und Fortbildung im Bereich des Sprachgebrauchs in das Einsatzgebiet der Angewandten Linguistik.

Vergleichende Sprachwissenschaft

Umstritten ist, ob dieses Gebiet als synchron-vergleichende oder diachron-vergleichende Sprachwissenschaft verstanden werden muss. Forscher, die ein synchrones Verständnis von der Vergleichenden Sprachwissenschaft an den Tag legen, erforschen insbesondere Sprachen direkt miteinander, um so Ähnlichkeiten zu finden, und etwa Sprachbünde oder Sprachfamilien zu erkennen oder neu entdeckte Sprachen einzuordnen. Sie beschäftigen sich insbesondere auch mit Varietäten innerhalb einer einzigen Standardsprache, wie etwa regionalabhängigen Dialekten und Standardvarietäten oder milieuabhängigen Soziolekten.
Die historisch-vergleichende Linguistik hingegen beschäftigt sich dagegen vielmehr mit der Herleitung von Worten (Morphen) oder deren Bedeutung. Ebenso kann etwa die Rekonstruktion einer gemeinsamen vergangenen Sprache, wie dem Ur-Indogermanischen, oder die Rekonstruktion der Ursprache aller Menschen Ziel mancher historisch arbeitenden Sprachwissenschaftler sein.

Die Linguistik mit diesen drei Teilbereichen ist insbesondere von der Philologie abzugrenzen. Während die Linguistik sich mit allen Sprachen, beziehungsweise mit Sprachsystemen im Allgemeinen, beschäftigt, bezeichnet die Philologie die Gesamtheit der Sprach-, Kultur- und Literaturwissenschaft einer einzigen Sprache. So beschäftigt sich etwa die klassische Philologie mit den Sprachen Latein und Altgriechisch, oder die Anglistik mit der Englischen Sprache. Die philologische Herangehensweise ist also eine andere, die einen Querschnitt aus allen sprach- und kulturwissenschaftlichen Erkenntnissen nur zu einer bestimmten Sprache herausnimmt.

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